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Was ist ein Organigramm? Definition und Beispiel

Ein Organigramm ist die grafische Darstellung der Aufbauorganisation eines Unternehmens, einer Behörde oder eines Vereins. Jede Stelle erscheint als Kästchen, Linien verbinden sie mit der vorgesetzten Stelle. So sieht man auf einen Blick, wer welche Aufgabe hat, wer wem unterstellt ist und wie Abteilungen gegliedert sind.

Wofür braucht man ein Organigramm?

Die meisten Organigramme entstehen für Menschen, die sich in einer Organisation zurechtfinden müssen: neue Mitarbeitende, Kolleginnen aus anderen Abteilungen, Kunden, Aufsichtsgremien oder Förderstellen. Ein gutes Organigramm erspart viele Fragen nach Zuständigkeiten.

Für die Leitung ist es außerdem ein Arbeitsmittel. Beim Zeichnen werden Lücken und Schieflagen sichtbar: eine Führungskraft mit zwölf direkt unterstellten Personen, ein Team ohne Leitung, doppelte Zuständigkeiten oder eine Stelle, die im Stellenplan fehlt.

  • Einarbeitung: Neue Mitarbeitende sehen ihr Team, ihre Führungskraft und ihre Ansprechpartner.
  • Planung: Eine Umstrukturierung lässt sich durchspielen, bevor sie verkündet wird.
  • Kommunikation: im Intranet, im QM-Handbuch, im Förderantrag oder auf der Website.

Was zeigt ein Organigramm und was nicht?

Ein Organigramm zeigt die formale Struktur: Stellen, Namen, Stellenbezeichnungen, Abteilungen und Unterstellungsverhältnisse. Viele Organigramme kennzeichnen zusätzlich offene Stellen, Teilzeit als Vollzeitäquivalent, Stabsstellen neben der Leitung und fachliche Vorgesetzte als gepunktete Linie.

Es zeigt nicht, wie Arbeit tatsächlich fließt, wer informell Einfluss hat oder wie Prozesse zwischen Abteilungen ablaufen. Das ist Sache der Ablauforganisation, also von Prozesslandkarten oder Ablaufdiagrammen. Wer im Organigramm alles zeigen will, macht es unlesbar.

Welche Arten von Organigrammen gibt es?

Die Zeichnung folgt der Organisationsform. Im Einliniensystem hat jede Stelle genau eine vorgesetzte Stelle; das Stabliniensystem ergänzt beratende Stabsstellen. Das Mehrliniensystem kennt mehrere fachliche Vorgesetzte, die Matrixorganisation zwei Leitungslinien zugleich. Daneben gibt es funktionale Organisation, Spartenorganisation, Projektorganisation und flache Hierarchien.

Auch die Darstellungsform variiert: klassisch von oben nach unten, als Liste oder in Spalten. Bei großen Organisationen ist ein Organigramm je Abteilung oft lesbarer als ein einziges Plakat.

Wie heißt Organigramm auf Englisch?

Auf Englisch heißt das Organigramm „organizational chart“ (britisch „organisational chart“), im Alltag meist kurz „org chart“. Das Wort „organigram“ gibt es im Englischen zwar, es ist aber selten. Auf Französisch heißt es „organigramme“.

Wie erstellt man ein lesbares Organigramm?

Beginnen Sie oben mit der Leitung und arbeiten Sie sich Ebene für Ebene nach unten. Geben Sie jedem Kästchen dieselben Angaben, meist Name und Stellenbezeichnung, und halten Sie die Reihenfolge der Abteilungen auf allen Ebenen gleich.

  • Jede Person bekommt genau eine durchgezogene Linie zur disziplinarischen Führungskraft; gepunktete Linien nur dort, wo es wirklich eine fachliche Zweitlinie gibt.
  • Stabsstellen wie Assistenz, Recht oder QM gehören neben die Leitung, nicht in die Ebene darunter.
  • Färben Sie nach Abteilung, nicht nach Person, und erklären Sie die Farben einmal.
  • Zeigen Sie offene Stellen als „N. N.“ oder „offen“ statt Lücken zu lassen.
  • Versehen Sie das Organigramm mit einem Stand-Datum.

Welche Fehler machen ein Organigramm irreführend?

Der häufigste Fehler ist ein veraltetes Organigramm: Ausgeschiedene stehen noch drin, neue Teams fehlen. Der zweite ist das Vermischen von Ebenen, etwa wenn eine Stabsstelle auf derselben Höhe wie die Abteilungsleitungen steht und dadurch Weisungsbefugnis vortäuscht. Der dritte: ein ganzes Unternehmen auf eine Seite zu pressen, bis niemand mehr etwas lesen kann.

Beispiel: Organigramm eines kleinen Betriebs

Dieser Kfz-Betrieb hat den Inhaber an der Spitze, darunter Werkstatt, Verkauf und Büro, jeweils mit ihren Mitarbeitenden. Von oben gelesen sieht man die Hierarchie, die Leitung jedes Bereichs und wer wem unterstellt ist. Im Editor können Sie die Namen ersetzen oder Personen ergänzen.

Organigramm eines kleinen Betriebs: Inhaber an der Spitze, darunter Werkstatt, Verkauf sowie Büro und Buchhaltung
Ein Organigramm mit drei Ebenen für einen Kleinbetrieb, erstellt mit mivochart.

Der Begriff in anderen Sprachen

DeutschEnglischFranzösisch
OrganigrammOrg chart (organizational chart)Organigramme
AufbauorganisationOrganizational structureStructure organisationnelle

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Organigramm und Aufbauorganisation?

Die Aufbauorganisation ist die Struktur selbst: Stellen, Abteilungen, Weisungsbefugnisse. Das Organigramm ist ihre grafische Darstellung.

Wie heißt Organigramm auf Englisch und Französisch?

Auf Englisch „organizational chart“, kurz „org chart“. Auf Französisch „organigramme“.

Wie oft sollte ein Organigramm aktualisiert werden?

Bei jedem Eintritt, Austritt oder Wechsel der Führungskraft. In der Praxis aktualisieren viele Unternehmen monatlich aus der Mitarbeiterliste, denn ein Organigramm, das einige Monate alt ist, stimmt meist schon nicht mehr.

Kann ich ein Organigramm aus einer Excel-Liste erstellen?

Ja. Wenn Ihre Liste eine Spalte mit der Führungskraft jeder Person enthält, lässt sich das Organigramm daraus automatisch aufbauen. mivochart importiert .xlsx- und .csv-Dateien und erkennt die üblichen Spaltennamen auf Deutsch, Englisch und Französisch.

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