Organisationsformen

Einliniensystem (Linienorganisation)

Das Einliniensystem, auch Linienorganisation oder Einlinienorganisation genannt, ist eine Organisationsform, in der jede Stelle genau eine vorgesetzte Instanz hat. Weisungen laufen von oben nach unten, Meldungen von unten nach oben, und zwar immer auf demselben Weg, dem Dienstweg. Das Prinzip geht auf Henri Fayol zurück.

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Beispiel-Organigramm eines Einliniensystems: Geschäftsführerin mit den Leitungen Produktion, Vertrieb und Verwaltung, jede mit eigenem kleinen Team
Beispiel: Jede Person hat genau eine Führungskraft, von jedem Kästchen führt eine Linie nach oben. Die Qualitätsprüferin arbeitet in Teilzeit mit 0,5 VZÄ.

So funktioniert das Einliniensystem

Grundlage ist die Einheit der Auftragserteilung: Jede Stelle erhält Weisungen nur von einer Instanz. Henri Fayol beschrieb 1916 dieses Prinzip zusammen mit der Hierarchiekette, die vom obersten Chef bis zur jüngsten Mitarbeiterin reicht. Weisungen, Genehmigungen und Beschwerden laufen ausschließlich über diese Linie.

Braucht ein Maschinenführer eine Entscheidung des Vertriebs, führt der Dienstweg formal über die Leitung Produktion, gegebenenfalls über die Geschäftsführung, und zurück zur Leitung Vertrieb. Natürlich reden die Beteiligten im Alltag direkt miteinander, aber Entscheidungen folgen der Linie. Fayol schlug dafür die sogenannte Fayolsche Brücke vor: Stellen gleicher Ebene dürfen sich direkt abstimmen, solange ihre Vorgesetzten informiert sind.

Wann das Einliniensystem passt und wann nicht

Es passt zu Organisationen mit überschaubarer Größe und gleichbleibenden Aufgaben: Handwerksbetriebe, kleine Produktionsunternehmen, viele Behörden und Praxen. Dort sorgt es für klare Verantwortung, ohne dass jemand eine Organisationsform beschließen müsste.

Schwierig wird es, wenn Abteilungen ständig zusammenarbeiten müssen, Fachwissen an vielen Stellen gleichzeitig gefragt ist oder die Hierarchie so tief wird, dass Entscheidungen Wochen dauern. Dann ergänzen Unternehmen Stabsstellen, bilden Sparten oder führen eine Matrix ein.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Ein Produktionsbetrieb mit etwa 40 Beschäftigten: Der Geschäftsführerin sind die Leitungen Produktion, Vertrieb und Verwaltung unterstellt. Die Produktion plant Schichten und Qualitätsprüfungen, der Vertrieb betreut Kunden und Angebote, die Verwaltung erledigt Buchhaltung und Personalunterlagen. Will ein Kunde einen Eilauftrag, klären Vertriebs- und Produktionsleitung den Termin; sind sie uneins, entscheidet die Geschäftsführerin.

Das Beispiel-Organigramm oben zeigt eine verkleinerte Fassung dieses Betriebs.

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
Eindeutige Zuständigkeiten und klare Verantwortung.Lange Dienstwege verlangsamen abteilungsübergreifende Entscheidungen.
Einfach zu verstehen, darzustellen und neuen Beschäftigten zu erklären.Überlastung der oberen Instanzen bei Wachstum.
Gute Kontrolle durch die Vorgesetzten.Kein formaler Platz für Spezialwissen außerhalb der Linie.
Geringer Abstimmungsaufwand in kleinen Organisationen.Bereichsdenken: Abteilungen optimieren eher sich selbst.

So zeichnen Sie ein Einliniensystem in mivochart

  1. Öffnen Sie das Beispiel oder beginnen Sie mit einem leeren Organigramm und der Geschäftsführung.
  2. Wählen Sie eine Person aus und fügen Sie mit „Mitarbeitende hinzufügen“ die direkt unterstellten Stellen an.
  3. Ziehen Sie eine Karte auf eine andere Person, um die Führungskraft zu ändern.
  4. Ordnen Sie Abteilungen zu, damit jedes Team eine Farbe bekommt, und hinterlegen Sie Teilzeit als Arbeitszeit (VZÄ).
  5. Exportieren Sie das Ergebnis als PNG, SVG oder PDF, oder importieren Sie Ihre Mitarbeiterliste direkt aus Excel.

Vorlagen mit dieser Struktur

Lieber mit einem fertigen Organigramm beginnen? Diese Vorlagen folgen demselben Aufbau und öffnen sich mit Beispielnamen im Editor.

Häufige Fragen

Was ist ein Einliniensystem einfach erklärt?

Jede Person hat genau einen Chef und bekommt nur von ihm Anweisungen. Alle Weisungen und Meldungen laufen über diese eine Linie, den Dienstweg.

Sind Einliniensystem und Linienorganisation dasselbe?

Ja. Einliniensystem, Linienorganisation und Einlinienorganisation bezeichnen dieselbe Organisationsform mit einer einzigen Weisungslinie pro Stelle.

Was ist die Fayolsche Brücke?

Eine direkte Querverbindung zwischen Stellen derselben Ebene. Sie dürfen sich ohne Umweg über die gemeinsame Instanz abstimmen, müssen ihre Vorgesetzten aber informieren. So bleibt das Einliniensystem erhalten und wird trotzdem schneller.

Was ist der Unterschied zwischen Einliniensystem und Mehrliniensystem?

Im Einliniensystem hat jede Stelle genau eine vorgesetzte Instanz. Im Mehrliniensystem erhält eine Stelle Weisungen von mehreren spezialisierten Vorgesetzten.

Für welche Unternehmen eignet sich das Einliniensystem?

Vor allem für kleine und mittlere Betriebe mit stabilen Aufgaben, etwa Handwerk, kleine Produktion oder Verwaltung. Mit zunehmender Größe wird es meist um Stabsstellen ergänzt.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Henri Fayol, Administration industrielle et générale (1916): Einheit der Auftragserteilung, Hierarchiekette und die Fayolsche Brücke.
  • Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft (1922): Amtshierarchie der Bürokratie.
  • Günter Wöhe, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre: Leitungssysteme.

Klassische Begriffe der Betriebswirtschafts- und Organisationslehre. Das Beispiel-Organigramm und alle Personen darin sind erfunden.

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