Organisationslehre

Organisationsformen: Überblick mit Beispielen

Die Organisationsform legt fest, wer wem unterstellt ist, wie Aufgaben gebündelt werden und wo Entscheidungen fallen. Die klassischen Formen sind Einliniensystem, Stabliniensystem und Mehrliniensystem; dazu kommen funktionale Organisation, Spartenorganisation, Matrixorganisation, Projektorganisation und flache Hierarchie. Jede Erklärung unten enthält ein Beispiel-Organigramm, das Sie im Editor öffnen und anpassen können.

Die Organisationsformen im Vergleich

Der schnelle Überblick. Jeder Name führt zur ausführlichen Erklärung, die letzte Spalte öffnet das Beispiel-Organigramm im Editor.

OrganisationsformKurz erklärtGeeignet fürBeispiel
EinliniensystemJede Stelle hat genau eine vorgesetzte Instanz; Weisungen laufen auf dem Dienstweg.Kleine und mittlere Betriebe mit stabilen AbläufenBeispiel öffnen
StabliniensystemEinliniensystem plus Stabsstellen, die beraten, aber keine Weisungen erteilen.Wachsende Unternehmen, die Fachwissen an der Spitze brauchenBeispiel öffnen
MehrliniensystemMitarbeitende erhalten Weisungen von mehreren spezialisierten Vorgesetzten.Selten in Reinform; Werkstätten mit klar getrennten FachgebietenBeispiel öffnen
Funktionale OrganisationAbteilungen nach Verrichtungen wie Einkauf, Produktion, Vertrieb und Verwaltung.Unternehmen mit einem HauptproduktBeispiel öffnen
SpartenorganisationSparten nach Produkten, Regionen oder Kundengruppen, jede mit eigenen Funktionen.Größere Unternehmen mit unterschiedlichen MärktenBeispiel öffnen
MatrixorganisationZwei Leitungslinien zugleich: Funktion und Produkt oder Projekt.Mehrere Produkte oder Projekte, die dieselben Fachleute nutzenBeispiel öffnen
ProjektorganisationZeitlich befristete Struktur mit Auftraggeber, Projektleitung und Teilprojekten.Einmalige Vorhaben wie eine Softwareeinführung oder ein BauprojektBeispiel öffnen
Flache HierarchieWenige oder keine mittleren Führungsebenen, große Leitungsspanne.Start-ups und kleine Teams aus FachleutenBeispiel öffnen
AufbauorganisationDer Rahmen: Stellen, Instanzen, Abteilungen und ihre Beziehungen, dargestellt im Organigramm.Jede Organisation; Grundlage aller anderen FormenBeispiel öffnen

Erklärungen mit Beispiel-Organigramm

Organigramm-Arten: wie sich die Formen im Bild unterscheiden

Mit „Organigramm-Arten“ ist meist eines von zwei Dingen gemeint: die Organisationsform, die das Organigramm zeigt, oder die Darstellungsweise. Bei der Darstellung unterscheidet man das vertikale Organigramm (Spitze oben, die verbreitetste Form), das horizontale Organigramm (von links nach rechts) und Listen- oder Säulendarstellungen. Beides lässt sich kombinieren: Ein Stabliniensystem können Sie vertikal ebenso wie horizontal zeichnen.

Die Organisationsform erkennen Sie an den Linien: Im Einliniensystem führt von jedem Kästchen genau eine Linie nach oben. Stabsstellen hängen seitlich an einer Instanz. Im Mehrliniensystem und in der Matrix hat eine Stelle zwei oder mehr Vorgesetzte; im Organigramm wird die zweite Linie meist gepunktet gezeichnet.

Organisationsstruktur und Organisationsform

Die Organisationsstruktur ist das tatsächliche Gefüge eines Unternehmens: welche Stellen es gibt, wer wem unterstellt ist und wie Aufgaben verteilt sind. Die Organisationsform ist das Grundmuster, nach dem diese Struktur gebaut ist. Die meisten Unternehmen kombinieren Muster, zum Beispiel ein Stabliniensystem an der Spitze mit funktionalen Abteilungen darunter und einer Projektorganisation für ein Jahr.

In der Betriebswirtschaftslehre gehört all das zur Aufbauorganisation. Ihr Gegenstück ist die Ablauforganisation, die regelt, in welcher Reihenfolge Aufgaben erledigt werden.

Welche Organisationsform passt?

Gehen Sie von der Arbeit aus, nicht vom Bild. Drei Fragen helfen: Bieten Sie ein Produkt an oder mehrere? Wie stark brauchen sich die Abteilungen gegenseitig? Und wie schnell müssen Entscheidungen nah am Kunden fallen?

  • Unter etwa 20 Personen: flache Hierarchie oder einfaches Einliniensystem.
  • Ein Hauptprodukt, wachsende Belegschaft: funktionale Organisation, oft mit Stabsstellen für Recht, Qualität oder Controlling.
  • Deutlich verschiedene Märkte oder Produktgruppen: Spartenorganisation mit Zentralbereichen.
  • Viele parallele Projekte mit denselben Fachleuten: Matrixorganisation mit klaren Entscheidungsregeln.

Häufige Fragen

Welche Organisationsformen gibt es?

Klassisch unterscheidet man Einliniensystem, Mehrliniensystem und Stabliniensystem sowie, nach dem Gliederungsprinzip, funktionale Organisation, Spartenorganisation und Matrixorganisation. Hinzu kommen Projektorganisation und flache Hierarchie.

Was ist der Unterschied zwischen Aufbau- und Ablauforganisation?

Die Aufbauorganisation regelt Stellen, Abteilungen und Weisungsbeziehungen, also wer wem unterstellt ist. Die Ablauforganisation regelt Arbeitsprozesse, also wer was wann in welcher Reihenfolge erledigt.

Welche Organisationsform ist die beste?

Keine ist allgemein die beste. Eine Form passt, wenn sie zur Arbeit passt: ein Produkt spricht für die funktionale Organisation, verschiedene Märkte für Sparten, viele Projekte mit geteilten Fachleuten für eine Matrix.

Wie stelle ich Stabsstellen und Matrixbeziehungen im Organigramm dar?

Stabsstellen stehen seitlich neben der Instanz, der sie zuarbeiten. Eine zweite Unterstellung wird als gepunktete Linie gezeichnet. In mivochart sind beides Einstellungen in den Details einer Person.

Eigenes Organigramm zeichnen

Beginnen Sie mit einem leeren Organigramm oder einem der Beispiele, fügen Sie Personen per Klick hinzu und wählen Sie für jede Person die Führungskraft. Stabsstellen, gepunktete Linien, offene Stellen und Arbeitszeit (VZÄ) sind eingebaut.