So funktioniert die Spartenorganisation
Unterhalb der Geschäftsführung wird nicht nach Tätigkeit, sondern nach Objekt geteilt (Objektprinzip). Jede Spartenleitung führt ein Unternehmen im Unternehmen: mit eigener Produktion oder Leistungserbringung, eigenem Vertrieb und eigenem Ergebnisziel. Die Zentrale setzt die Strategie, verteilt Kapital und misst die Ergebnisse.
Sparten können nach Produkten (Haushaltsgeräte, Industrie), nach Regionen (Inland, Export) oder nach Kundengruppen (Privatkunden, Geschäftskunden, öffentliche Hand) gebildet werden. Alfred Chandler beschrieb, wie DuPont und General Motors in den 1920er-Jahren auf diese Form umstellten, als sie in mehrere Märkte wuchsen.
Wann die Spartenorganisation passt
Sie passt zu Unternehmen, deren Produkte oder Märkte so unterschiedlich sind, dass gemeinsame Funktionen sie nicht gut bedienen können. Entscheidungen rücken näher an Kunden und Markt, und jede Sparte lässt sich als Profit-Center steuern.
Für kleine Unternehmen ist sie meist zu teuer, weil Vertrieb oder Produktion in jeder Sparte doppelt vorhanden sind. Reibung entsteht außerdem, wenn Sparten um dieselben Kunden konkurrieren oder Personal und Wissen nicht teilen wollen. Zentralbereiche wie Finanzen, Personal oder IT sollen diese Nachteile abmildern.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Ein Gerätehersteller verkauft an Privathaushalte und an Großküchen. Privatkunden kaufen über den Handel und achten auf Design und Preis; Großküchen brauchen Wartungsverträge und individuelle Installationen. Das Unternehmen bildet deshalb eine Sparte Haushaltsgeräte und eine Sparte Industrie, jede mit eigener Produktion und eigenem Vertrieb. Finanzen und Personal bleiben als Zentralbereiche gemeinsam.
Genau das zeigt das Beispiel-Organigramm oben.
Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Klare Ergebnisverantwortung je Sparte. | Doppelte Funktionen und höhere Kosten. |
| Entscheidungen nah an Kunden und Markt. | Sparten konkurrieren statt zusammenzuarbeiten. |
| Sparten lassen sich ergänzen, verkaufen oder schließen. | Fachwissen verteilt sich auf mehrere Sparten. |
| Entwickelt unternehmerisch denkende Führungskräfte. | Konflikte zwischen Zentrale und Sparten um Zentralbereiche. |
So zeichnen Sie eine Spartenorganisation in mivochart
- Legen Sie die Geschäftsführung an und fügen Sie je Sparte eine Leitung sowie eine Leitung Zentralbereiche hinzu.
- Ordnen Sie jeder Sparte eine eigene Abteilung zu, damit sie eine eigene Farbe bekommt.
- Bauen Sie die Teams unter jeder Spartenleitung auf; klappen Sie Sparten ein, um sich auf eine zu konzentrieren.
- Exportieren Sie eine einzelne Sparte als PNG oder PDF, wenn Sie sie nur mit dieser Sparte teilen.
- Arbeitet eine Person aus den Zentralbereichen fest für eine Sparte, tragen Sie die Spartenleitung als fachliche Vorgesetzte ein.
Verwandte Organisationsformen
Vorlagen mit dieser Struktur
Lieber mit einem fertigen Organigramm beginnen? Diese Vorlagen folgen demselben Aufbau und öffnen sich mit Beispielnamen im Editor.
Häufige Fragen
Was ist eine Spartenorganisation?
Eine Organisationsform, die das Unternehmen unterhalb der Leitung nach Produkten, Regionen oder Kundengruppen in Sparten teilt. Jede Sparte hat eigene Funktionen und meist eigene Ergebnisverantwortung.
Sind Spartenorganisation und divisionale Organisation dasselbe?
Ja. Sparte ist das deutsche Wort für Division; Spartenorganisation, divisionale Organisation und Divisionalorganisation bezeichnen dieselbe Form.
Was sind Zentralbereiche?
Funktionen, die für alle Sparten gemeinsam arbeiten, etwa Finanzen, Personal, Recht oder IT. Sie vermeiden Doppelarbeit und sorgen für einheitliche Standards.
Was ist ein Profit-Center?
Eine Sparte oder Einheit, die für ihren eigenen Gewinn verantwortlich ist und danach gesteuert wird. In der Spartenorganisation sind Sparten häufig Profit-Center.
Was ist der Unterschied zwischen Spartenorganisation und Matrixorganisation?
In der Spartenorganisation ist jede Person genau einer Sparte unterstellt. In der Matrixorganisation hat sie zwei Vorgesetzte, etwa eine Funktionsleitung und eine Produkt- oder Spartenleitung.
Quellen und weiterführende Literatur
- Alfred D. Chandler, Strategy and Structure (1962): das divisional gegliederte Unternehmen bei DuPont und General Motors.
- Erich Kosiol, Organisation der Unternehmung (1962): Objektprinzip.
- Henry Mintzberg, The Structuring of Organizations (1979): die divisionalisierte Form.
Klassische Begriffe der Betriebswirtschafts- und Organisationslehre. Das Beispiel-Organigramm und alle Personen darin sind erfunden.