Organisationsformen

Matrixorganisation: Definition, Vor- und Nachteile

Die Matrixorganisation ist eine Organisationsform, in der Mitarbeitende zwei Vorgesetzten zugleich unterstellt sind: einer Funktionsleitung, die für das Fachgebiet zuständig ist, und einer Produkt- oder Projektleitung, die für das Ergebnis verantwortlich ist. Sie kombiniert Verrichtungs- und Objektprinzip und nimmt Konflikte zwischen beiden Linien bewusst in Kauf.

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Beispiel-Organigramm einer Matrixorganisation: Mitarbeitende aus Entwicklung und Marketing sind ihren Abteilungsleitungen unterstellt und über gepunktete Linien zwei Produktmanagern zugeordnet
Beispiel: Entwicklung und Marketing sind ihren Abteilungsleitungen unterstellt (durchgezogen) und zusätzlich einem von zwei Produktmanagern (gepunktet). Im Editor sind das fachliche Vorgesetzte.

So funktioniert die Matrixorganisation

Stellen Sie sich ein Raster vor. Die Spalten sind Funktionen wie Entwicklung und Marketing, die Zeilen Produkte oder Projekte. Jede Person steht an einem Schnittpunkt, einer Matrixstelle. Die Funktionsleitung entscheidet, wie gearbeitet wird, entwickelt Fachwissen und führt meist die Mitarbeitergespräche. Die Produkt- oder Projektleitung entscheidet, was bis wann erledigt wird, und verantwortet das Ergebnis.

Im Organigramm wird eine der beiden Linien durchgezogen, die andere gepunktet gezeichnet, je nachdem, wer disziplinarisch führt. Die Konflikte zwischen beiden Linien sind gewollt: Sie sollen Fach- und Marktsicht zusammenbringen. Dafür braucht es eine klare Regel, wer bei Uneinigkeit entscheidet, oft die gemeinsame Leitung, die Matrixleitung.

Wann die Matrixorganisation passt und wann nicht

Sie passt, wenn mehrere Produkte oder Projekte dieselben knappen Fachleute brauchen und weder eine reine funktionale noch eine reine Spartenorganisation funktioniert. So lassen sich Spezialisten flexibel einsetzen, und jedes Produkt hat trotzdem eine klare Verantwortung.

Sie scheitert, wenn die Prioritäten der beiden Vorgesetzten nicht abgestimmt werden. Dann erhalten Mitarbeitende widersprüchliche Aufträge und verbringen Zeit mit Verhandeln statt mit Arbeit. Christopher Bartlett und Sumantra Ghoshal betonten 1990, dass eine Matrix nur funktioniert, wenn die Führungskräfte gemeinsam denken, nicht nur ein gemeinsames Organigramm haben.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Ein Softwareunternehmen hat die Abteilungen Entwicklung und Marketing sowie zwei Produktmanager, einen für die App und einen für die Plattform. Eine Entwicklerin ist der Leitung Entwicklung unterstellt, die über Programmierstandards und Beförderungen entscheidet, und arbeitet im Alltag mit der Produktmanagerin der App, die die Prioritäten im Sprint festlegt.

Das Beispiel-Organigramm zeigt das mit gepunkteten Linien von jeder Fachkraft zu ihrem Produktmanager. Beide Produktmanager berichten an die Geschäftsführerin.

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
Flexibler Einsatz von Fachleuten über Produkte und Projekte hinweg.Zwei Vorgesetzte können sich widersprechen.
Klare Verantwortung für jedes Produkt oder Projekt.Mehr Abstimmung und Besprechungen.
Wissensaustausch über Abteilungsgrenzen.Unklare Verantwortung, wenn etwas schiefgeht.
Schnellere Reaktion auf den Markt als in der funktionalen Organisation.Belastend für Mitarbeitende zwischen zwei Prioritäten.

So zeichnen Sie eine Matrixorganisation in mivochart

  1. Legen Sie zuerst die funktionale Linie an: Geschäftsführung, Funktionsleitungen, Fachkräfte.
  2. Fügen Sie die Produkt- oder Projektleitungen hinzu, meist direkt unter der Geschäftsführung.
  3. Öffnen Sie die Details einer Fachkraft und tragen Sie ihre Produktleitung unter „Fachliche Vorgesetzte (gepunktete Linie)“ ein. Das Organigramm zeichnet eine gepunktete Linie.
  4. Geben Sie Funktionen und Produktleitungen unterschiedliche Abteilungsfarben.
  5. Speichern Sie benannte Versionen, wenn Sie Varianten der Matrix vergleichen möchten.

Vorlagen mit dieser Struktur

Lieber mit einem fertigen Organigramm beginnen? Diese Vorlagen folgen demselben Aufbau und öffnen sich mit Beispielnamen im Editor.

Häufige Fragen

Was ist eine Matrixorganisation einfach erklärt?

Sie haben zwei Chefs: einen für Ihr Fachgebiet, zum Beispiel die Leitung Entwicklung, und einen für das Produkt oder Projekt, an dem Sie arbeiten. Jeder ist für einen anderen Teil Ihrer Arbeit zuständig.

Ist die Matrixorganisation ein Mehrliniensystem?

Ja, sie ist eine geregelte Form des Mehrliniensystems mit genau zwei Dimensionen, meist Funktion und Produkt oder Projekt, und festgelegten Zuständigkeiten für jede Linie.

Wie stellt man eine Matrixorganisation im Organigramm dar?

Die disziplinarische Unterstellung wird durchgezogen, die zweite Unterstellung gepunktet gezeichnet. Alternativ zeigt eine Tabelle Funktionen als Spalten und Produkte als Zeilen.

Welche Unternehmen nutzen eine Matrixorganisation?

Vor allem Unternehmen mit vielen parallelen Produkten oder Projekten, die dieselben Fachleute brauchen, etwa in Softwareentwicklung, Beratung, Anlagenbau oder Forschung.

Was ist der größte Nachteil der Matrixorganisation?

Die doppelte Unterstellung. Ohne klare Regeln, wer bei Konflikten entscheidet, erhalten Mitarbeitende widersprüchliche Aufträge und Verantwortung wird hin- und hergeschoben.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Jay R. Galbraith, Designing Complex Organizations (1973): laterale Beziehungen und Matrix.
  • Stanley M. Davis und Paul R. Lawrence, Matrix (1977).
  • Christopher A. Bartlett und Sumantra Ghoshal, Matrix Management: Not a Structure, a Frame of Mind, Harvard Business Review (1990).
  • Günther Schreyögg und Daniel Geiger, Organisation: Matrixorganisation.

Klassische Begriffe der Betriebswirtschafts- und Organisationslehre. Das Beispiel-Organigramm und alle Personen darin sind erfunden.

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