Organisationsformen

Funktionale Organisation

Die funktionale Organisation ist eine Organisationsform, die ein Unternehmen auf der zweiten Ebene nach Verrichtungen gliedert, etwa Finanzen, Produktion, Marketing und Vertrieb sowie Personal. Gleichartige Aufgaben werden in einer Abteilung gebündelt, deren Leitung an die Geschäftsführung berichtet. Man spricht auch vom Verrichtungsprinzip oder einer Funktionalorganisation.

Aktualisiert am

Beispiel-Organigramm einer funktionalen Organisation: Geschäftsführerin mit den Leitungen Finanzen, Produktion und Logistik, Marketing und Vertrieb sowie Personal
Beispiel: Vier Funktionsbereiche berichten an die Geschäftsführerin, jede Funktion hat eine eigene Farbe. Die Personalreferentin arbeitet mit 0,8 VZÄ.

So funktioniert die funktionale Organisation

Die Arbeit wird nach Fachgebieten aufgeteilt: Alle Controller sitzen in den Finanzen, alle Disponenten in der Produktion und Logistik, alle Produktmanager im Marketing. Jede Funktion hat eine Leitung, und erst die Geschäftsführung verantwortet das Produkt als Ganzes, vom Einkauf bis zum Kunden.

Innerhalb der Funktionen gilt meist das Einliniensystem. Abgestimmt wird an der Spitze oder über feste Prozesse: Der Vertrieb plant den Absatz, die Produktion die Fertigung, die Finanzen das Budget. In der Lehrbuchsprache ist das die Gliederung nach dem Verrichtungsprinzip, im Unterschied zum Objektprinzip der Spartenorganisation.

Wann die funktionale Organisation passt und wann nicht

Sie passt zu Unternehmen mit einem Hauptprodukt oder einer homogenen Dienstleistung in einem eher stabilen Markt. Spezialisierung bringt Effizienz, Fachwissen und klare Laufbahnen. Viele Start-ups wechseln in diese Form, sobald sie die ersten Führungskräfte einstellen.

Sie stößt an Grenzen, wenn das Unternehmen mehrere Produkte für verschiedene Märkte anbietet. Dann muss jede Produktentscheidung zwischen allen Funktionen abgestimmt werden, und nur die Geschäftsführung sieht das Gesamtbild. Das ist der klassische Anlass für eine Spartenorganisation oder eine Matrix.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Ein Hersteller von Küchengeräten mit einer Produktlinie hat Leitungen für Finanzen, Produktion und Logistik, Marketing und Vertrieb sowie Personal. Für ein neues Modell definiert das Marketing die Anforderungen, die Produktion plant die Fertigung, die Finanzen geben die Investition frei und das Personal stellt zwei Fachkräfte ein. Abgestimmt wird im wöchentlichen Leitungskreis der Geschäftsführerin.

Achtung, Begriffsverwechslung: Manche Lehrbücher nennen Taylors Funktionsmeistersystem ebenfalls „funktional“. Das ist ein Mehrliniensystem mit mehreren Vorgesetzten pro Person, keine Gliederung nach Abteilungen.

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
Hohe Spezialisierung und effizienter Einsatz von Fachleuten.Bereichsdenken: Funktionen verfolgen eigene Ziele.
Klare Laufbahnen innerhalb eines Fachgebiets.Langsame Abstimmung, Konflikte landen bei der Geschäftsführung.
Keine doppelten Funktionen, daher geringe Kosten.Nur die Spitze hat den Überblick über Produkt und Kunde.
Einfach zu verstehen und darzustellen.Schlecht skalierbar auf mehrere Produkte oder Märkte.

So zeichnen Sie eine funktionale Organisation in mivochart

  1. Legen Sie die Geschäftsführung an und fügen Sie je Funktion eine Leitung hinzu.
  2. Benennen Sie jede Funktion als Abteilung, damit sie eine eigene Farbe bekommt.
  3. Ergänzen Sie die Fachkräfte unter den Leitungen oder importieren Sie Ihre Liste aus Excel oder CSV mit Spalten für Vorgesetzte und Abteilung.
  4. Schalten Sie in den Layout-Einstellungen „Teamgröße bei Führungskräften anzeigen“ ein, um die Größe jeder Funktion zu sehen.
  5. Wählen Sie für große Funktionen das Layout „Liste“ oder „Raster“, damit das Organigramm kompakt bleibt.

Vorlagen mit dieser Struktur

Lieber mit einem fertigen Organigramm beginnen? Diese Vorlagen folgen demselben Aufbau und öffnen sich mit Beispielnamen im Editor.

Häufige Fragen

Was ist eine funktionale Organisation?

Eine Organisationsform, die das Unternehmen unterhalb der Geschäftsführung nach Verrichtungen wie Einkauf, Produktion, Vertrieb, Finanzen und Personal gliedert. Gleichartige Aufgaben werden in einer Abteilung gebündelt.

Was ist der Unterschied zwischen funktionaler Organisation und Spartenorganisation?

Die funktionale Organisation gliedert nach Verrichtungen (was getan wird), die Spartenorganisation nach Objekten wie Produkten, Regionen oder Kundengruppen (wofür es getan wird). Jede Sparte hat dann eigene Funktionen.

Was bedeutet Verrichtungsprinzip?

Aufgaben werden nach der Art der Tätigkeit gebündelt, also alle Einkaufsaufgaben in den Einkauf, alle Vertriebsaufgaben in den Vertrieb. Das ist die Grundlage der funktionalen Organisation.

Ist die funktionale Organisation ein Einliniensystem?

Meist ja. Innerhalb der Funktionen hat jede Stelle genau eine Instanz. Funktionale Organisation beschreibt das Gliederungsprinzip, Einliniensystem das Weisungssystem; beide lassen sich kombinieren.

Wie zeige ich abteilungsübergreifende Arbeit im Organigramm?

Arbeitet eine Fachkraft regelmäßig für die Leitung einer anderen Funktion, tragen Sie diese als fachliche Vorgesetzte mit gepunkteter Linie ein. Passiert das häufig, zeichnen Sie im Grunde eine Matrix.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Erich Kosiol, Organisation der Unternehmung (1962): Verrichtungs- und Objektprinzip.
  • Alfred D. Chandler, Strategy and Structure (1962): das funktional gegliederte Unternehmen.
  • Henry Mintzberg, The Structuring of Organizations (1979): Gruppierung nach Funktion.

Klassische Begriffe der Betriebswirtschafts- und Organisationslehre. Das Beispiel-Organigramm und alle Personen darin sind erfunden.

Alle Organisationsformen im Überblick